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Steinwissen von A bis Z

Kies Glossar: Fachbegriffe rund um Stein und Körnung erklärt

Beim Kauf von Kies, Splitt und Naturstein tauchen Begriffe auf, die im Baustoffhandel selbstverständlich sind und sonst nirgends. Körnung, Schüttdichte, Überkorn oder Tragschicht entscheiden darüber, ob am Ende die richtige Menge im richtigen Format vor der Einfahrt liegt. Hier stehen 32 Begriffe kurz erklärt, jeweils mit dem Hinweis, was sie für dein Projekt praktisch bedeuten.

Welche Körnung passt zu welcher Fläche?

Für begehbare Flächen eignet sich rundes Material in 8/16 mm am besten, weil es angenehm unter dem Fuß liegt und nicht in die Sohle drückt. Für Einfahrten und alles, was verdichtet werden soll, ist gebrochenes Material die richtige Wahl, weil sich die Kanten verzahnen. Grobes Korn ab 32 mm bleibt Deko- und Gabionenmaterial.

Körnung Typische Verwendung Begehbar
2/5 und 5/8 mm Fugen, Pflanzflächen, feine Deko, Splittbett gut, verlagert sich aber leicht
8/16 mm Zierflächen, Hausumrandung, Wege, Terrassenumfeld am angenehmsten
16/32 mm große Zierflächen, Beete, Böschungen nur gelegentlich
ab 32 mm Gabionen, Uferzonen, Dekosteine, Findlingsoptik nein

Alle Begriffe auf einen Blick

Körnung und Form

Edelsplitt

Edelsplitt ist gebrochenes Material aus hochwertigem Naturstein mit enger Körnung und weitgehend gewaschener Oberfläche. Er ist der Standard für sichtbare Zierflächen, weil die Farbe sauber zur Geltung kommt und kaum Feinanteil mitläuft. Zur Auswahl an Edelsplitten.

Getrommelt

Getrommelt bezeichnet Steine, deren Kanten in einer Trommel maschinell gebrochen und abgerundet wurden. Das Ergebnis liegt zwischen scharfkantigem Splitt und rundem Naturkies, wirkt weicher und ist angenehmer begehbar als frisch gebrochenes Material. Zum getrommelten Kies.

Gletscherkies

Gletscherkies ist Naturkies, der von Wasser und Eis über lange Zeiträume rund geschliffen wurde. Er hat eine glatte Oberfläche und eine lebendige Farbmischung, weil das Material aus unterschiedlichen Gesteinen stammt. Für Zierflächen und Beete ist er eine der ruhigsten Optiken.

Kies

Kies ist natürlich gerundetes Gesteinsmaterial, entstanden durch die Bewegung in Flüssen, Meeren oder Gletschern. Weil die Körner rund sind, verzahnen sie sich kaum und bleiben lose, dafür lässt sich Kies angenehm begehen. Den Unterschied zu Splitt erklären wir ausführlich auf der Seite Kies oder Splitt. Zur Auswahl an Kieselsteinen und Zierkies.

Körnung

Die Körnung ist die Größenangabe eines Schüttguts, geschrieben als zwei Siebmaße in Millimeter. 8/16 mm bedeutet, dass die Steine durch ein Sieb mit 16 mm fallen und auf einem Sieb mit 8 mm liegen bleiben. Je enger die beiden Zahlen beieinander liegen, desto gleichmäßiger sieht die fertige Fläche aus.

Rundkorn und Kantkorn

Rundkorn ist von Natur aus abgerundetes Material, Kantkorn entsteht durch maschinelles Brechen. Der Unterschied ist praktisch entscheidend, denn Kantkorn verzahnt sich beim Verdichten und bleibt liegen, Rundkorn rollt und bleibt lose. Für befahrbare Flächen brauchst du Kantkorn, für barfußtaugliche Flächen Rundkorn.

Schotter

Schotter ist grob gebrochenes Gestein mit Korngrößen ab etwa 32 mm, das vor allem als Unterbau dient. Er trägt Lasten und leitet Wasser ab, ist aber kein Material für sichtbare Flächen. Über dem Schotter folgen in der Regel eine feinere Schicht und erst dann der Zierbelag.

Splitt

Splitt ist gebrochenes Gestein mit scharfen Kanten, meist in Körnungen zwischen 2 und 32 mm. Die Kanten verzahnen sich, deshalb bleibt eine Splittfläche stabiler als eine Kiesfläche und lässt sich verdichten. Zur Auswahl an Splitten.

Überkorn und Unterkorn

Überkorn und Unterkorn sind die Anteile eines Schüttguts, die über oder unter der angegebenen Körnung liegen. Ein kleiner Anteil ist normal und technisch unvermeidbar, weil Naturstein beim Brechen und Sieben nicht exakt trennt. Große Abweichungen fallen dagegen als ungleichmäßige Fläche auf.

Steinformate

Bruchstein

Bruchstein ist unregelmäßig gebrochener Naturstein in großen Formaten, gewonnen direkt im Steinbruch. Er wird für Mauern, Böschungen und naturnahe Gestaltung eingesetzt, wo die unbearbeitete Bruchfläche gerade den Reiz ausmacht. Zu den Bruchsteinen.

Findling

Ein Findling ist ein einzelner großer Stein, der von Gletschern über weite Strecken transportiert und abgelagert wurde. Im Garten dient er als Solitär, als Sitzstein oder als Blickfang in einer Kiesfläche. Zu den Findlingen.

Gabionenstein

Gabionensteine sind grobe Bruchsteine zur Füllung von Drahtkörben. Entscheidend ist, dass die Körnung deutlich größer ist als die Maschenweite des Korbes, sonst rieselt das Material heraus. Zu den Gabionensteinen.

Mauerstein

Mauersteine sind Natursteine, die für den Mauerbau auf Format gebracht wurden, häufig maschinengespalten. Sie haben zwei annähernd parallele Lagerflächen und lassen sich dadurch stapeln. Zu den Mauersteinen.

Trittplatte

Eine Trittplatte ist eine flache Natursteinplatte, die einzeln in eine Kies- oder Rasenfläche gelegt wird. Sie schafft einen begehbaren Weg, ohne die Fläche durchgehend zu versiegeln. Zu den Schieferplatten.

Menge, Gewicht und Verpackung

Big Bag

Ein Big Bag ist ein großer Gewebesack für Schüttgut, der per Kran oder Stapler bewegt wird. Bei uns gibt es ihn in 30, 250, 500, 750 und 1000 Kilogramm, dazu den 20-Kilogramm-Sack und das Muster zum Ansehen. Für größere Flächen ist der Big Bag deutlich günstiger als die gleiche Menge in Säcken.

Ergiebigkeit

Die Ergiebigkeit ist die Fläche, die eine Tonne Material bei einer bestimmten Schichtdicke abdeckt. Bei 5 Zentimetern Schichtdicke reicht eine Tonne für rund 12 bis 13 Quadratmeter. Der genaue Wert hängt von der Schüttdichte des jeweiligen Gesteins ab, deshalb rechnet unser Mengenrechner materialgenau.

Schichtdicke

Die Schichtdicke ist die Höhe der aufgebrachten Steinschicht. Als Regel gilt, dass sie mindestens dem Zwei- bis Dreifachen des größten Korns entsprechen sollte, sonst schaut der Untergrund durch. Für Zierflächen sind 5 Zentimeter üblich, für stärker begangene Flächen eher 6 bis 8.

Schüttdichte

Die Schüttdichte ist das Gewicht eines Kubikmeters lose geschütteten Materials, angegeben in Tonnen je Kubikmeter. Sie liegt bei Zierkies und Splitt meist zwischen 1,5 und 1,6 und hängt von Gesteinsart, Kornform und Feuchte ab. Ohne diesen Wert lässt sich von Volumen nicht auf Gewicht schließen.

Tonne und Kubikmeter

Die Tonne ist ein Gewichtsmaß, der Kubikmeter ein Raummaß, und zwischen beiden steht die Schüttdichte. Ein Kubikmeter Zierkies wiegt rund 1,5 Tonnen, umgekehrt ergibt eine Tonne etwa 0,67 Kubikmeter. Wer Angebote vergleicht, muss darauf achten, worauf sich der Preis bezieht.

Verdichtung

Verdichtung ist das mechanische Zusammendrücken einer Schüttung mit Rüttelplatte oder Stampfer. Sie funktioniert nur bei gebrochenem Material, weil sich dort die Kanten verzahnen. Runder Kies lässt sich nicht dauerhaft verdichten und bleibt eine lose Schüttung.

Schüttdichte und Ergiebigkeit im Überblick

Diese Werte nutzt auch unser Mengenrechner. Sie gelten für lose geschüttetes, trockenes Material.

Material Schüttdichte Fläche je Tonne bei 5 cm
Zierkies 1,50 t/m³ rund 13 m²
Ziersplitt 1,55 t/m³ rund 12,9 m²
Edelsplitt 1,60 t/m³ rund 12,5 m²

Einbau und Untergrund

Kiesstabilisierung

Eine Kiesstabilisierung ist eine Wabenmatte aus Kunststoff, die auf den Untergrund gelegt und mit Splitt oder Kies verfüllt wird. Die Waben halten das Material an Ort und Stelle, sodass die Fläche befahrbar bleibt und keine Spurrillen entstehen. Zu Gravel Fix.

Randeinfassung

Eine Randeinfassung ist ein Profil aus Metall oder Kunststoff, das eine Kiesfläche seitlich begrenzt. Ohne sie wandert das Material mit der Zeit in Rasen und Beete. Zu den Randeinfassungen.

Tragschicht

Die Tragschicht ist die verdichtete Schicht aus grobem Material unter dem sichtbaren Belag. Sie nimmt Lasten auf und leitet Wasser ab. Für reine Zierflächen ist sie nicht nötig, für befahrbare Flächen dagegen unverzichtbar.

Traufstreifen

Ein Traufstreifen ist der schmale Kiesstreifen direkt an der Hauswand, dort wo das Regenwasser vom Dach auftrifft. Er verhindert Spritzwasser an der Fassade und hält den Sockel trocken. Mehr dazu auf der Seite Hausumrandung und Traufstreifen.

Unkrautvlies

Ein Unkrautvlies ist ein wasserdurchlässiges Trennvlies zwischen Erde und Steinschicht. Es hält Wurzelunkraut zurück und verhindert, dass sich Steine in den Boden einarbeiten. Zu den PPX Folien.

Wasserdurchlässigkeit

Wasserdurchlässigkeit beschreibt, wie gut Regenwasser durch eine Fläche in den Boden versickert. Kies- und Splittflächen sind offen und lassen Wasser durch, anders als Beton oder Asphalt. In vielen Gemeinden wirkt sich das auf die Berechnung der Niederschlagswassergebühr aus.

Gestein und Eigenschaften

Frostbeständigkeit

Frostbeständigkeit ist die Widerstandsfähigkeit eines Gesteins gegen Frostsprengung. Weiche, porige Steine saugen Wasser auf, das beim Gefrieren aufplatzt und Schalen absprengt. Dichte Gesteine wie Granit, Basalt und Quarzit sind hier unempfindlich.

Kalkhaltiges Gestein

Kalkhaltiges Gestein besteht überwiegend aus Calciumcarbonat und reagiert deshalb empfindlich auf Säure. Kalkstein, Muschelkalk und Marmor gehören dazu. Essigreiniger und säurehaltige Fleckenentferner greifen die Oberfläche an und hinterlassen matte Stellen. Zum Kalkstein und zum Marmor.

Magmatisches Gestein

Magmatisches Gestein entsteht aus erstarrter Gesteinsschmelze. Erstarrt sie langsam in der Tiefe, entstehen grobkörnige Tiefengesteine wie Granit, erstarrt sie schnell an der Oberfläche, feinkörnige wie Basalt. Beide sind hart, dicht und frostbeständig. Zum Granit und zum Basalt.

Metamorphes Gestein

Metamorphes Gestein ist umgewandeltes Gestein, verändert durch Druck und Hitze im Erdinneren. Aus Kalkstein wird so Marmor, aus Tonstein wird Schiefer. Typisch ist die gerichtete Struktur, die dem Schiefer seine plattige Spaltbarkeit gibt. Zum Schiefer.

Mohshärte

Die Mohshärte ist eine Skala von 1 bis 10, die angibt, welches Mineral welches andere ritzen kann. Quarz liegt bei 7, Granit bei etwa 6, Kalkstein und Marmor bei 3. Je höher der Wert, desto unempfindlicher ist der Stein gegen Abrieb und Kratzer.

Sedimentgestein

Sedimentgestein entsteht durch Ablagerung und Verfestigung von Gesteinsbruchstücken oder Kalkresten. Kalkstein, Muschelkalk und Sandstein gehören dazu. Sedimentgesteine sind meist weicher und poriger als magmatische, dafür wirken sie warm und natürlich. Zum Sandstein.

Häufige Fragen zu Kies und Splitt

Wie viel Kies brauche ich für meine Fläche?

Rechne Fläche mal Schichtdicke mal Schüttdichte. Für 20 Quadratmeter bei 5 Zentimetern und einer Dichte von 1,5 sind das etwa 1,5 Tonnen. Als Faustzahl deckt eine Tonne bei 5 Zentimetern rund 12 bis 13 Quadratmeter ab. Materialgenau rechnet unser Mengenrechner.

Wie dick muss die Kiesschicht sein?

Mindestens das Zwei- bis Dreifache des größten Korns, sonst schaut der Untergrund durch. Bei 8/16 mm sind das etwa 4 bis 5 Zentimeter. Für Flächen, die oft begangen werden, sind 6 bis 8 Zentimeter besser, weil die Schicht sonst zu schnell auseinanderläuft.

Welche Körnung lässt sich gut begehen?

Am angenehmsten sind runde Steine in 8/16 mm. Feineres Material verlagert sich unter dem Schritt, gröberes drückt sich unangenehm durch die Sohle. Wer mit Rollator, Kinderwagen oder Rollstuhl unterwegs ist, fährt mit gebrochenem Material in einer Kiesstabilisierung deutlich besser.

Brauche ich ein Unkrautvlies unter dem Kies?

Für dauerhafte Flächen ja. Das Vlies hält Wurzelunkraut zurück und verhindert, dass sich die Steine mit der Zeit in den Boden einarbeiten und die Schicht dünner wird. Samen, die von oben in den Kies fallen, hält es allerdings nicht auf, dagegen hilft nur regelmäßiges Abfegen.

Warum sehen die Steine nass anders aus als trocken?

Weil der Wasserfilm die Oberfläche glättet und das Licht weniger streut. Farben wirken dadurch satter und dunkler, ein trocken heller Marmor kann nass fast grau erscheinen. Beide Zustände sind normal, deshalb lohnt es sich, ein Muster einmal nass zu betrachten.

In welchen Gebindegrößen gibt es das Material?

Als 20-Kilogramm-Sack für kleine Mengen und als Big Bag mit 30, 250, 500, 750 oder 1000 Kilogramm. Für größere Flächen ist der Big Bag deutlich günstiger. Wer sich bei Farbe und Körnung unsicher ist, bestellt vorab ein Muster.

Begriff nicht gefunden?

Wenn dir ein Begriff fehlt oder du unsicher bist, welches Material zu deinem Vorhaben passt, ruf uns an oder schreib uns. Wir gehen dein Projekt gemeinsam durch. Weitere Anleitungen findest du unter Praxistipps, eine Übersicht der Gesteine unter Gesteinsarten, den direkten Draht unter Kontakt.

Zuletzt geprüft und aktualisiert im August 2026 durch das Team von Schotterberg.